– Gastbeitrag von Andrea Schmidt –

Teamwork, Kollaboration, Werte, Transformation und Netzwerken gehören zu den propagierten Begriffen von New Work.

Doch laut einer Studie des Marktforschungsinstitut Censuswide und Sharp Business Systems gibt es hier noch viel zu tun: 

Über 32% der Angestellten klagen über einen mangelnden Zusammenhalt unter Kollegen, deren Hauptursache sie in Frust, schlechter Laune und unzeitgemäßen Arbeitsmethoden sehen. Insgesamt äußerten sich zwei Drittel (63 Prozent) der Befragten negativ über ihren Arbeitsplatz.

Wenn man tiefer in die Studie eintaucht, hängen die Ergebnisse allerdings vorwiegend vom Verhalten und der Einstellung eines jeden einzelnen ab: Die Studie zeigt, dass sich jeder selbst der Nächste ist. Nur sehr wenige denken über ihren eigenen Tellerrand hinaus. Dabei sind es oft nur Kleinigkeiten, die die Stimmung verderben, z.B. den Drucker mit leerem Papierfach zurückzulassen, in Meetings an eigenen To Do´s weiterzuarbeiten oder wichtige Informationen nicht weiter zu geben.

Wenn es aber schon bei den Kleinigkeiten nicht klappt, wie wollen wir dann die Arbeitswelt in ihren großen Zielen tatsächlich verändern?

Was kann ich für dich tun?

Ganz einfach, wir brauchen eine andere Einstellung. Die Frage sollte nicht lauten: „Was kann ich von dir bekommen?“, sondern vielmehr: „Was kann ich für dich tun?“.

Wir brauchen eine Kultur des Gebens und nicht des Nehmens, eine Kultur von Achtsamkeit, Liebe und Mitgefühl.

Ok, das ist nichts Neues, denn gefordert werden Achtsamkeit, offenes, tolerantes und unterstützendes Verhalten von so gut wie jedem. In der Theorie ist das alles super, nur – wie erwecken wir diese Forderungen zum Leben?

Hier meine 3 wichtigsten Tipps:

  1. Werde dir bewusst, wie du selbst behandelt werden möchtest.

Beginnen wir ganz simpel: Du wünschst dir einen freundlich grüßenden Kollegen, der (weil er heute als erster da ist) den Tee/Kaffee für alle fertig hat. Bei deinem nächsten eiligen Toilettengang freust du dich über einen ordentlich hinterlassenen Raum und die leicht zugängliche Rolle Toilettenpapier. Du möchtest dein Mittagessen vorbereiten und benutzt ganz selbstverständlich das saubere Geschirr und stellst das Gebrauchte in die ausgeräumte Spülmaschine… usw. usw. Bei diesen kleinen Beispielen treffen Wunschvorstellungen im Berufsalltag leider zu oft auf die harte Realität. Und ja, ich weiß. Du gehörst vermutlich nicht zu denjenigen, die sich nicht kümmern. Doch in bin mir sicher, dass du diese Situationen kennst. Und anstatt Schuldige zu suchen, schlage ich dir heute etwas anderes vor:

Drehe einfach den Spieß um und stelle jedem in deinem Team die Frage „Wie möchtest du selbst behandelt werden?“. Diskutiert darüber und gebt euch Antworten. Unterstützt Euch gegenseitig bei der Umsetzung, denn: Achtsamkeit, Respekt und Wertschätzung beginnen genau hier, bei den kleinsten Dingen des Alltags.

  1. Werde dir darüber bewusst, welche Atmosphäre tatsächlich herrscht

Atmosphären sind unsichtbar wirkende Felder. Sie fordern ein „Zwischen den Zeilen lesen“. Doch keine Sorge, wir alle haben eine Antenne für Atmosphären. Entdecke Brüche, Disharmonien und Konflikte. Wie offen und verbunden ist das Team wirklich?

Vielleicht fällt dir auf, dass zwar alle von Verbundenheit reden, aber keine Verbundenheit gelebt wird. Vielleicht spürst du Verständigungsschwierigkeiten zwischen einigen Teammitgliedern oder es herrscht so was wie „dicke Luft“, versteckte Unzufriedenheit oder eine aufgespielte Euphorie. Atmosphärische Themen sind vielfältig und benötigen Sensibilität.

Habt Mut zur Ehrlichkeit. Die Frage „Wie geht es Dir?“ ist dann keine Floskel mehr, sondern zeigt ein echtes Interesse.

Baut ein Conscious Team auf, indem ihr euch offenen Herzens begegnet. Schult Eure Wahrnehmung für den anderen und erkennt dessen Persönlichkeit und Leistungsfähigkeit an. Bewusstsein ist hierbei ein bedeutender Schlüssel, denn je größer der Bewusstseinsraum, desto größer ist das Potential Situationen zu erkennen und umfassende Lösungsmöglichkeiten zu finden .

Beginnt mit teambildende Aktionen, z.B. gemeinsames Kochen, Segeln, Kegeln usw. Das sind für viele Teams richtig gute Maßnahmen. Darüber hinaus schult Eurer Bewusstsein für einander und für die meist im Unsichtbaren wirkende Umgebungsenergien. Beginnt daruch größere Zusammenhänge und Ursachen schnell zu erkennen. Bewusstsein lässt sich am leichtesten mit Meditation erlernen. Gemeinsam im Team zu meditieren kann dabei eine wundervolle teambildende Erfahrung sein. Vor allem, wenn die Meditation Liebe in den Herzen aktiv zum Erblühen bringt. Soulful Meditation schult deine Fähigkeit, Atmosphären schnell wahrzunehmen, zu durchschauen und ihnen konstruktiv zu begegnen. Durch die Ausdehnung der Liebe entwickelt ihr einen offenen und ehrlichen Umgang miteinander, der Werte, gewaltfreie Kommunikation, Konfliktfähigkeit und Aufrichtigkeit implizit beinhaltet.

  1. Werde dir bewusst, dass Liebe nur ein Geben kennt 

Dieser dritte Tipp liegt mir sehr am Herzen, denn er ist meiner Meinung nach die eigentliche Baustelle der aktuellen Teamgefüge.

Der Welt fehlt Liebe. 

Ich rede von Liebe als universelle Kraft. Ich meine nicht die Aspekte der Liebe, wie wir sie gewöhnlich interpretieren, die an etwas gebundenen sind: wie z.B. den Partner, die Kinder, den Urlaub etc. Liebe ist dabei viel mehr. Sie ist kein Gefühl. Sie ist frei. Du kannst Liebe nicht nehmen. Du kannst die nur geben. Sie ist ein unendlich wichtiger Aspekt, denn sie bringt Menschen in einer neuen Tiefe zusammen. Sie schenkt eine echte Erfahrung von Zusammenwirken und Verbundenheit. Erich Fromm schrieb: „dass es in der Liebe zu einem anderen Menschen überhaupt keine Erfüllung ohne die Liebe zum Nächsten, ohne wahre Demut, ohne Mut und Disziplin geben kann.“ Deshalb ist es wichtig, die Perspektive auf Liebe zu erweitern. Liebe ist ein Feld des Bewusstseins. In ihr liegt eine schöpferische Kraft. Sie verbindet uns mit unserer Ganzheit. Über die Liebe im Herzen kommen wir in Kontakt mit unserem Seelenlicht. Das bedeutet, wie werden fähig unseren Herzen zu folgen und einen echten Beitrag für diese Welt zu finden, jeder einzelne an seinem richtigen Platz innerhalb des gesamten Teams.

Aus diesen Gründen leistet Liebe einen erheblichen Beitrag zur Transformation der Kultur und fördert Wertschöpfung und nachhaltiges Wachstum. Sie schenkt eine Klarheit, mit der die Essenz und das Potential eines jeden Menschen gesehen werden.

Darin sehe ich eine der wichtigsten Aufgaben für Führungskräfte:

Sie blühen zu Conscious Leadern auf und durchbrechen den heutigen Führungsstil. Conscious Leader stellen Fragen nach ganzheitlichen Entwicklungen, nach einem echten Beitrag für die Welt.

Erreichen kannst du diese universelle Liebe nur über dein Herz. Meditation ist hierzu das effektivste und einzige Mittel. Vermutlich spricht man deshalb von ihr als die „höchste Kunst des Lebens“. Bisher noch als Geheimtipp für Top Manager behandelt, rückt Meditation nun langsam die Hierarchie herunter zu den Führungskräften und  den Mitarbeitern.

Wie gehen wir mit diesem versteckten Potential um?

Werfen wir einen Blick auf uns selbst, die Akteure der New Work Szene. Wir treffen uns auf den unterschiedlichsten Veranstaltungen, tauschen uns aus, berichten von unseren Erfahrungen, geben Tipps und bieten Unterstützung an und immer wieder auch entstehen gemeinsame Projekte. Das ist im Vergleich zum Mainstream, wo Netzwerkbesuche in der Regel nur dazu dienen, voneinander Aufträge zu akquirieren, eine enorme Veränderung und Öffnung.

Doch wie frei sind wir bereits wirklich? Wie weit verbinden sich unsere Felder tatsächlich? Fühlen wir uns wirklich verbunden? Wie bündeln sich unsere Kräfte wirksam? Oder kämpft nicht doch jeder eher für sich alleine? Fehlt uns nicht auch noch Liebe? Wieviel sind wir bereit dafür zu geben? 

Wir haben meiner Meinung nach die beste Grundlage geschaffen, nämlich ein Feld der gegenseitigen Unterstützung. Dadurch haben doch vielleicht gerade wir, die Humans of New Work, durch unsere Offenheit, Spontanität, Toleranz und Motivation die Chance mehr Liebe in die Arbeitswelten zu bringen? Neben aller Entwicklung und Digitalisierung können wir mehr Bewusstsein für Miteinander, für Menschlichkeit, für Offenheit bringen.

Was meinst du? Wie können wir es gemeinsam schaffen noch mehr Verbundenheit zu leben, noch besser und produktiver zu kooperieren? Ich würde mich über deine Ideen, deine Anregungen und auch deine Bedenken sehr freuen. Schreibe mir gerne an kunya@integrale-vision.de.

SOULWORX geben mit ihrer Plattform Humans Of New Work bereits einen Startschuss. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass diese Gemeinschaft wächst. Alina und ich sind dabei. Du auch?

Deine Kun Ya Andrea Schmidt

 

Danke für diesen tollen Gastbeitrag, Andrea! 
Visionscoach und Meditationslehrerin, Gründerin von Integrale Vision

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