– Gastbeitrag von Hie-Suk Yang –

Mythen, Storytelling und New Work

Geschichten, die wir uns erzählen sind machtvoll. So machtvoll, dass sie unser Denken und Handeln bestimmen können. Denn sie prägen das woran wir glauben und damit auch unsere Realität. Sie sind unser Hintergrund, unsere Brille, aus der wir die Welt betrachten.

Und ich glaube, dass wir mit “New Work” buchstäblich zugucken können, wie sich ein neues Paradigma, eine neue Geschichte, ein neuer Mythos der Menschheit vor unseren Augen entfaltet.

In seinem Whitechapel TED Talk legt Charles Eisenstein mit Präzision den Finger auf die Verbindung von Mythos und New Work. Er nennt unsere derzeitige Menschheitsphase die Ablösung vom “Myth of Separation” hin zur Verbundenheit. Was meint er eigentlich genau damit? So wie ich das verstanden habe, bedeutet in unserem Wirtschaftssystem der Geldakkumulation, mehr Geld für mich ist weniger für andere. Und so ist Mangeldenken, Narzissmus, Konkurrenz und Macht tief in unsere Gesellschaft eingebaut.

Purposeorientiertes Arbeiten hingegen sucht Sinn im Geben und kann eine von vielen Antworten hin zur Verbundenheit der Menschheit sein. Wenn mehr für mich auch mehr für die Menschheit bedeutet, dann bauen wir Großzügigkeit und Unterstützung und somit Verbundenheit  in das System ein. Das schmerzhafte Aufbäumen des “Myth of Separation” ist gerade überall zu spüren, sei es in den Symptomen Trump, Erdogan, ISIS und so viel mehr. Da kann es leicht werden aufzugeben und sich zurück zu ziehen.

Umso wichtiger ist es zu spüren, dass wir viele sind! Wir sind eine Bewegung! Wir sind nicht aufzuhalten! Wir schaffen das!

Und noch ein Aspekt des Storytellings ist wichtig für “New Work”. Nämlich den Weg von der Geschichte hin zum Purpose, zum Sinn einer Organisation. Was habe ich genau erlebt und was war der Moment, der Schmerz, der Aha-Moment, der mir zur Geburt meiner Idee verholfen hat? Ein schönes Beispiel habe ich vor einigen Wochen in einem Workshop mit TheDive gehört: eine arme Schnapsbrennerin im letzten Jahrhundert, die alleine nichts hatte, und Hilfe in der Gemeinschaft fand. Eine Versicherung wurde geboren. 

Wofür existieren wir eigentlich? Was ist der höhere Sinn, den wir erfüllen? Ein Handlungsprinzip, wie “Gemeinsam viel für Menschen zu tun, die alleine nichts haben” trägt ein Unternehmen durch tiefe Veränderungen. Denn was komplexe Systeme Veränderungen gestärkt überleben lässt: Eine starke Identität und gute Beziehungen (siehe Margaret J. Wheatley).

Geschichten zu erzählen, bewusst mit Ihnen umzugehen und die Hoffnung zu nähren, das ist gerade in unserer Zeit meiner Meinung nach unglaublich wichtig. Mythen, Geschichten, Hoffnung und woran wir glauben, können Berge versetzen. Deswegen ist “Humans Of New Work” ein unabdingbarer Bestandteil der Bewegung und ich plädiere: Spendet! Für Mut, Zuversicht und neue Narrative der Arbeitswelt!

 

Danke für diesen tollen Gastbeitrag, Hie-Suk!
Unterstützerin von Unternehmen auf dem Weg in die neue Arbeitswelt und Co-Diverin bei TheDive