–  Über die Qualität der Akzeptanz –

Ein Thema, mit dem wir uns gerade auseinandersetzen, ist “Akzeptanz”. Akzeptanz heißt annehmen, akzeptieren, was ist. Und das, was ist, erzeugt ein gewisses Unbehagen. Etwas, das nicht in unser (Welt-)Bild passt, nicht unseren Erwartungen entspricht. Allerdings können wir nichts unternehmen, um es wieder passend zu machen. Deshalb verknüpfen wir mit Akzeptanz oft eine Niederlage, ein Gefühl der Ohnmacht oder gar die Angst vor dem Verlust der Kontrolle. Wie jetzt in der Pandemie.

Veränderungen durch die Corona-Krise

Die Wirtschaft ist seit Monaten aus dem Lot, die Politik ist gezwungen, unpopuläre Maßnahmen zu ergreifen und alles vor dem Hintergrund der Veränderungen, die die Corona-Krise auslöst. Vieles muss jetzt einfach akzeptiert werden. Ein praktisches Beispiel ist die Umstellung auf das Home Office.

Es geht doch.

In Vor-Corona-Zeiten wurde die Diskussion um das Home Office mit Argumenten geführt, die klar machten, dass dieses kein realistisches Arbeitsmodell sei. Von Arbeitgeberseite und auch Arbeitnehmerseite war zu hören: Den Arbeitsplatz nach Hause zu verlegen sei technisch und von den Abläufen her nicht machbar. Alles Schnee von gestern. Zu den Aspekten der Krise gehört nun, dass sie uns gelehrt hat: es geht doch. Wir akzeptieren, was ist. Und es bewährt sich in den meisten Fällen. Manchmal eben unter Druck.

Bewusste Akzeptanz ist eine Stärke

Aber Akzeptanz muss kein passiver Prozess sein. Bewusste Akzeptanz ist erst einmal die bewusste Anerkennung eines Status Quo. Nicht mehr und nicht weniger. Dann geht es darum, sich nicht von Ängsten, Widerständen und Befürchtungen leiten zu lassen, sondern sich auch dieser bewusst zu werden. Und dann im dritten Schritt, heißt es nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen und damit ins Handeln zu kommen. Für uns ist Akzeptanz ganz klar eine Qualität, die besonders in Krisenzeiten eine echte Stärke ist.

Petra Rietz