Es wird Sommer und keiner geht hin?

Überall grünt und blüht es. Der Drang ins Freie, nach dem Winter und den langen Wochen, die wir schon im Lock Down sind, scheint unbändig. Eishunger! Biergartenlaune! Lebensgenuss! Wir würden doch so gern. Und auch die Unternehmen scharren und drängen. Home Office? Läuft. Geschäftsreisen? Die Telko ersetzt einiges. Alles sehnt sich nach Normalität.

Was ist Normalität?

Aber was ist Normalität, während die ganze Welt von einer Pandemie heimgesucht wird? Es gibt Lockerungen für die Wirtschaft, Restaurants nehmen ihren Betrieb wieder auf, shoppen ist auch wieder möglich. Raus in die Sonne, das neue Sommerkleid muss sein und warum nicht ein neues Auto bestellen – ist ja gut für die Wirtschaft. Das Gefühl der alten Normalität wallt erstmal wieder auf. Alles geht? Nur bedingt: mit Abstandsregeln, Maskenpflicht und immer wieder gegensätzlichen Informationen zum Stand der Krise.

Wie gehen Unternehmen damit um? Wie kommen wir Menschen damit klar? Konsequenzen sind in der Diskussion, aber absehbar sind sie nicht. Wir können planen und machen und tun, aber ist alles neu und du weißt nicht, ob alte Regeln noch gelten, noch hast du eine Ahnung, wie neue Regeln sein könnten. 

 Geduld und Verantwortung sind die großen Stärken. 

Wir machen uns alle Gedanken, was notwendig sein könnte, unsere Unternehmen, Familien und alles, was uns wirklich wichtig ist, durchbringen zu können. Geduld und Eigenverantwortung sind die großen Stärken im Umgang mit dieser Krise. Damit ist nicht bloßes Abwarten und Ausharren gemeint. Geduld und Eigenverantwortung bedeuten auch, wenn ich Hilflosigkeit und Überforderung erlebe, ruhig und besonnen zu bleiben. Das heißt nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern die nächste Möglichkeit, den nächsten Schritt zu überlegen, die Konsequenzen zu bedenken und dann aktiv werden. Vielleicht ist es nur ein winziger Schritt. Wieder abwarten, überlegen und eventuell den nächsten Schritt wagen. Und so fort. 

Besonders in dieser Zeit, die auf vielen Ebenen von Ohnmacht geprägt ist und vieles infrage steht – Ist der nächste kleine Schritt der richtige für mein Unternehmen? Werde ich meinen Mitarbeitern gerecht? Muss ich alle Verantwortung selber schultern oder kann ich gerade jetzt auch mal etwas Neues wagen? – ist eine Haltung, ein innerer Halt von großer Bedeutung. Wir alle tasten uns an die Wirklichkeit, die sich aus dieser Krise ergibt, heran. Das kann nicht überstürzt geschehen. Wir haben keine Kontrolle über das, was kommen wird, und wir hatten nie die Kontrolle. Diese Illusion ist mit einem lauten Knall geplatzt.

Mir hilft jetzt mein Purpose – privat und unternehmerisch – er gibt mir Halt und Ausrichtung, so dass ich aktiv, der Situation entsprechend, planen kann.

 

“Wer Geduld sagt, sagt Mut, Ausdauer, Kraft.” – Maria von Ebner-Eschenbach

Petra Rietz