Gedanken zur Corona-Virus-Situation

Gerade haben wir den ENERGIZER zum Thema “Klimawandel” mit Prof. Dr. Daniela Jacob hinter uns, an dem wir lebhaft lokale Auswirkungen und unsere Anpassungsmöglichkeiten diskutiert haben, da gewinnt schon eine andere globale Herausforderung an Brisanz: die weltweite Ausbreitung des COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2). Der Weg des Corona-Virus, der in China beginnt, bildet teilweise unsere weltweiten Handels- und Wirtschaftsrouten ab und zeigt uns unsere globale Verbundenheit erneut auf eine Weise, die uns gar nicht gefällt. Viele verfallen in Panik, legen Vorräte an, versehen sich mit Desinfektionsmitteln oder versuchen sonst irgendwie mit ihrer Angst umzugehen. Alle starren auf das Desaster, was zu Lähmung und Zusammenbruch führt. Dazu ist viel zu lesen.

Welche Perspektiven gibt es zum Umgang mit der Krise?

Gibt es aber möglicherweise auch einen anderen Umgang mit der aktuellen Situation? Zwingt uns nun auch der Virus zum Umdenken? Was ist denn die Kehrseite all der negativen Auswirkungen auf Gesundheit und Weltwirtschaft? Wie können wir die Situation als Chance auffassen?

Positive Entwicklungen während der angespannten Lage

Die NASA veröffentlicht Satellitenbilder, die zeigen, dass sich die Luftverschmutzung in chinesischen Ballungszentren – wahrscheinlich aufgrund der Verkehrseinschränkungen verringert hat. Nicht unbedingt notwendige Geschäftsreisen führen nicht zu weniger Geschäftsverbindungen, sondern werden per Videokonferenz geführt. Die Frühjahrstagung von IMF und Weltbank findet wegen des Corona Virus in virtueller Form statt. Das gaben IMF-Chefin Kristalina Georgiewa und Weltbankpräsident David Malpass am vergangenen Dienstag bekannt. Weniger Flugreisen sind gut fürs Klima. Facebook ließ verlauten, dass Falschmeldungen im Kontext des Virus gelöscht werden sollen. Das erste Mal, dass dieser Mark Zuckerberg etwas von seine Plattform verbannen will. Immer mehr Arbeitnehmer sehnen sich nach Freiheit im Berufsleben: frei einteilbare Arbeitszeiten, kurze bis gar keine Fahrtwege und ungestörtes, konzentriertes Arbeiten sind besonders gefragt: Home-Office – für viele ist das jetzt Realität. Stark betroffen vom Corona Virus ist auch das Fashionbusiness, weil viele Firmen geschlossen sind wird der Modefrühling sicher weniger Neues bieten. Es dürfte aber auch weniger Retouren und überhaupt Kleidung geben, die direkt auf der Müllhalde landet.

Unsere Gedanken zur aktuellen Situation

Wir können das weiterdenken? Ist es sinnvoll Handelsbeziehungen so stark auf einen Wirtschaftspartner zu konzentrieren und dabei nur Profitorientiert zu agieren? Können wir uns auch eine Weltwirtschaft vorstellen, die sich an Menschenrechten und überhaupt zum Wohl der Menschheit orientiert? Wie kann das aussehen? Was muss sich dafür in unserem eigenen Denken verändern?

Also: Lasst uns darüber reden wie wir neben der medizinischen Seite den Umgang mit dem Virus transformieren können.

Wenn ich in Quarantäne müsste, würde ich weiter darüber nachdenken, wie ich eigentlich leben will in dieser wunderbaren Welt, die keine Sicherheiten bietet. Und ich würde endlich meine Fenster putzen, mein Bücherregal sortieren und den Staub der Zeit von den Büchern pusten… und mit euch kann ich ja im digitalen Kontakt bleiben.

Petra Rietz