Was wir gerade lesen: Im Grunde gut von Rutger Bregman

Rowohlt schreibt zu diesem Buch: “Der Historiker und Journalist Rutger Bregman setzt sich in seinem Buch mit dem Wesen des Menschen auseinander.” 

Gut und Böse

Bregman stellt die gegensätzlichen Menschenbilder von Thomas Hobbs (1855 – 1679) und Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778) gegenüber. Hobbs steht für die These „Der Mensch ist böse an sich.“ Während Rousseau sich folgendermaßen auf den Punkt bringen lässt: „Der Mensch ist gut, aber die Kultur verwandelt ihn.“ Letzteres macht Hoffnung und verweist auf die Möglichkeit, dass wir selber Einfluss nehmen können auf unseren Umgang mit uns du der Welt. Bregman sympathisiert denn auch mit Rousseaus Menschenbild und deckt einige Fehlinterpretationen angeblicher Beweise für das grundsätzlich Böse im Menschen auf und plädiert seinerseits für ein humanes Menschenbild, was großen Einfluss auf Kultur und Wirtschaft haben würde.

Neue Perspektive

Mich persönlich hat folgende Aussage sehr zum Nachdenken angeregt und neue Perspektiven aufgezeigt: „Aus dem Guten entspringt oft das Schlechte.“ Es geht doch immer wieder darum genau hinzuhören, gerade im Kontext auch mit Kunden und Kollegen. Vielleicht ist das, was ich für richtig und gut halte möglicherweise in einem anderen Kontext und für einen anderen Menschen kontraproduktiv. Daraus lässt sich für mich schlussfolgern, dass das Gute im echten Miteinander gemeinsam gestaltet werden kann, zum Wohle des Einzelnen und der Gemeinschaft. Die Grundlage ist Vertrauen und Solidarität. Bregmans Buch ist ein Plädoyer für ein neues realistisches Menschenbild.

Petra Rietz